Bienenstiche.

Wer mit Bienenvölkern arbeitet, der macht zwangsläufig auch einmal Bekanntschaft mit dem spitzen Hinterteil der gelegentlich zickigen Damen. Der Gartenimker verfolgte jüngst eine interessante Diskussion über dieses Thema in einem Forum:

 

Generell sollte man nach einem Stich folgende Sofortmaßnahmen ergreifen:

  • den Stachel rasch entfernen, wenn möglich mit dem Fingernagel „mit dem Strich“ aus der Haut „schieben“ (Druck auf die Giftblase vermeiden!)
  • evtl. das Gift mit dem Mund aus der Einstichstelle saugen
  • möglichst die Einstichstelle großflächig abwaschen und damit die Duftstoffe (Pheromone) entfernen, damit nicht noch mehr Bienen alarmiert werden

Zu einer entspannten Arbeit mit Bienen gehört es aber auch, Bienenstiche aktiv zu vermeiden:

  • die Stimmung der Bienen einzuschätzen lernen
  • das eigene Verhalten anpassen (hohe Aufmerksamkeit gegenüber den Bienen, langsame Bewegungen machen, Fremdgerüche wie Deodorant und Parfum vermeiden)
  • ggf. Arbeitsschutz tragen (Imkerhut mit Schleier, Handschuhe, lange Kleidung, bienendichter Overall)
  • stechlustige Völker konsequent mit sanftmütiger Genetik umweiseln

Bleibt die Frage, ob und wie man Bienenstiche behandeln kann. Unter den Imkerkollegen sind im Wesentlichen 2 Strategien erkennbar:

  1. Bienenstiche mannhaft ertragen und so tun als ob es nicht weh tut. Viele Imker berichten aus eigener Erfahrung, dass das mit der Zeit immer besser gelingt, denn offensichtlich lernt das menschliche Immunsystem, dass kleine Mengen Bienengift zum Leben eines Imkers dazugehören, dem entsprechend gehen die Körperreaktionen mit der Zeit zurück.

  2. Stiche behandeln. Hierzu kursieren zahlreiche Tipps:
  • Behandlung mit natürlichen Hausmittelchen wie z.B. Zwiebel, Spitzwegerich, Franzbranntwein, Tigerbalsam, Erde mit Spucke verreiben oder auch die innere Anwendung von 0,5 - 1 Liter Bier (des Gartenimkers favorisierte Methode)
  • Behandlung mit Arzneimitteln wie z.B. Kortisonsalbe
  • Behandlung mit Geräten zur Stichheilung, die durch lokale Hitzeeinwirkung das Bienengift an der Einstichstelle denaturieren sollen

Interessant auch die Erkenntnis, dass Stiche je nach Alter der Biene unterschiedlich schmerzhaft sind: Junge Bienen haben nur wenig Gift im Stachel, zudem ist deren Stachel noch so weich, dass er nicht ohne weiteres z.B. in die Fingerkuppe eindringen kann. Die alten Tanten hingegen injizieren hohe Mengen Gift und können somit richtig schmerzhaft stechen.

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