Etikettiermaschine.

Wer braucht denn sowas?

Den aufwändigen (und kontemplativen) Vorgang des manuellen Etikettierens hatte der Gartenimker vor einiger Zeit hier beschrieben.

 

Wer jedoch mit einer Abfüllmaschine wie dem Hani-Mandl Honiggläser befüllt, der denkt fast zwangsläufig darüber nach, auch das Etikettieren zu automatisieren. 

 


Erster Entwurf

Der Gartenimker tüftelt seit Mitte 2020 an einer Maschine, die die Etiketten genauso anbringen sollte, wie er sie bisher von Hand auf die Gläser klebte: Ein einziges Hauptetikett sollte alle Honigsorten abdecken, während sich die Informationen zur Sorte und das Mindesthaltbarkeitsdatum auf dem Gewährstreifen finden, der am heimischen Laserdrucker gedruckt wird. Der Gewährstreifen sollte mit der Maschine senkrecht auf Glas und Deckel aufgebracht, und danach das Hauptetikett quer auf das Glas geklebt werden.

 

Beim ersten Entwurf des Etikettierers sollte das selbstklebende Hauptetikett von einer Rolle kommen, dann der Gewährstreifen einzeln von der Seite unter das Hauptetikett zugeführt und von unten an die klebende Seite angedrückt werden, bevor beide Etiketten zusammen auf das Glas aufgebracht werden.

 

Es wurden erste Prototypen für eine Einzelblattzufuhr des Gewährstreifens und eine Lichtschranke zur Erfassung der exakten Position und zur Erkennung von doppelten Gewährstreifen („Papierstau“) entwickelt, und es wurde eine erste rudimentäre Version des Programmcodes programmiert.


Nach Vorstellung dieses Entwurfs und Diskussion mit dem Hani-Mandl-Entwickler-Team wurde dieser allerdings verworfen zugunsten eines deutlich einfacheren Ansatzes, bei dem Etikett und Gewährstreifen an einem Stück von einer Druckerei bezogen werden. Bei dieser Lösung wird das Mindesthaltbarkeitsdatum mittels eines Datumsstempels im Rahmen des Etikettiervorgangs aufgestempelt. Für den Anwendungsfall Heilbronner Gartenhonig wird also für jede Honigsorte ein separates Etikett mit aufgedruckter Sortenbezeichnung benötigt, der Aufwand hierfür erschien jedoch vertretbar, da es bisher nur 2 Honigsorten gibt.

EttiMandl

Der grobe Funktionsaufbau dieser Maschine wird unter dem Namen „EttiMandl, halbautomatischer Honigglas-Etikettierer“ auf dieser Seite skizziert.

 

Im Hani-Mandl-Entwickler-Team existieren inzwischen bereits einige, jedoch sehr unterschiedliche Prototypen, die teilweise auch schon produktiv eingesetzt werden. Sie unterscheiden sich nicht wesentlich im grundlegenden Funktionsprinzip, jedoch z.B. in der Bauart (Holzkonstruktion mit Skateboardrollen, modifizierte China-Handetikettiermaschine), in der Art des Antriebs (Stepper- oder Gleichstrommotor), des Mikrocomputers (ESP32 oder Arduino Nano), der Art und Anzahl der Etiketten (einfaches Hauptetikett, Hauptetikett mit Gewährstreifen, 2 Etiketten auf Vorder- und Rückseite) und natürlich im Programmcode. 

 

Bei der Entwicklung einer solchen Maschine im virtuellen Team bringt jeder seine spezifischen Kenntnisse und Fähigkeiten ein. Ideen werden diskutiert, Tipps und Hilfestellungen gegeben, Erfahrungen und Ergebnisse geteilt. Jeder profitiert vom Anderen, vielleicht entsteht so ein endgültiger, gemeinsamer Entwurf, oder am Ende baut doch jeder „seine eigene“, maßgeschneiderte  Lieblingsmaschine J

 

Erster Prototyp

Der Gartenimker baute einen ersten funktionierenden Prototyp, basierend auf einem Stück Abfallholz und einigen provisorischen 3D-Druck Teilen. Dieser beinhaltet auch eine vollständig 3D gedruckte Linearführung für den Stempel.

 

 

Der Programmcode wurde zum größten Teil vom Hani-Mandl-Entwickler-Team erstellt und nur geringfügig modifiziert.


Anhand dieses Prototyps wurde nicht nur das prinzipielle Funktionieren nachgewiesen, sondern vor allem eine ganze Reihe Ideen für Verbesserungen entwickelt, die im zweiten Prototypen umgesetzt wurden.

Zweiter Prototyp

Zielsetzung für den zweiten Prototypen war ein optisch ansprechendes Gerät unter weitgehender Verwendung von 3D-Druck Teilen. Die Abmessungen sollten so bemessen sein, dass sämtliche Teile mit dem Anycubic I3 Mega S gedruckt werden können. Dies stellte sich als anspruchsvolle Anforderung heraus, führte aber im Ergebnis zu einem bemerkenswert kompakten Gerät:

Prototyp in Aktion:

Obwohl prinzipiell funktionsfähig, zeigte auch diese Version noch erhebliches Verbesserungspotential, vor allem auf der konstruktiven Seite. 

Wie geht es weiter?

Zwischenzeitlich ist eine lange Liste an Korrekturen / Verbesserungen in die Konstruktion eingeflossen. Die Teile für den dritten Prototypen werden derzeit hergestellt. Der 3D-Druck aller Kunststoffteile benötigt ca. 1kg Rohmaterial und dauert knapp eine Woche.

 

 

Fortsetzung folgt…

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Kommentare: 7
  • #1

    Christian Hanka (Freitag, 20 August 2021 08:46)

    Sei gegrüßt. Ich bin Hobbyimker und würde das Gerät gerne nach bauen. Gibt es eine Teileliste? Bzw. einen 3D Drucker besitze ich auch.

  • #2

    Christian (Sonntag, 12 September 2021 21:23)

    Cooles Projekt, bin über die Fortsetzung gespannt....vg

  • #3

    Volker Werner Bayer (Mittwoch, 27 Oktober 2021 20:14)

    Hallo tolles Projekt. Könntest du die Teileliste sowie die *stl freigeben bzw. mir mal schicken bitte?
    info@bienen-bayer.de
    Viele Grüße
    Volker

  • #4

    Bio Familienimkerei Hetz (Montag, 08 November 2021 09:33)

    Servus, wenn es ein funktionierendes Gerät zu erwerben gibt, bitte jederzeit bei mir melden.

    Danke

    www.laendle-honig.at

  • #5

    Deichimker Helmut Radebold (Donnerstag, 11 November 2021 19:47)

    Die Maschine ist genial. Besteht die Absicht düse zu vermarkten? Ich hätte Interesse!!

  • #6

    Christian Meier (Samstag, 13 November 2021 17:59)

    Hallo......noch einer der an einer fertigen Maschine großes Interesse hat. ;) Am liebsten zu Weihnachten! :-D

  • #7

    Jan Boykov (Mittwoch, 17 November 2021 10:57)

    Servus,

    tolles Gerät. Würde mich gern auf die Liste der Kaufinteressenten setzen lassen.
    Weiter so. :-D